Auf Korfu und wahrscheinlich anderswo auch, gibt es einen Ort, der Nimfes, also Nymphen, heißt. Der Legende nach sollen diese am dortigen Wasserfall gebadet haben. Wir sind ja geneigt, mythologischen Figuren das menschlich-leibliche abzusprechen. Aber wie kommt ein Ort dann zu diesem Namen?
Wikipedia erklärt: " In der griechischen Mythologie sind Nymphen weibliche Gottheiten niederen Ranges, die als Personifikationen von Naturkräften überall auftreten und teils als Begleiterinnen höherer Gottheiten wie des Dionysos, der Artemis oder der Aphrodite, teils als selbstständig wirkend gedacht wurden. Sie galten als die – vorwiegend – wohltätigen Geister der Orte, der Berge, Bäume, Wiesen oder Grotten, sind aber nicht immer an dieselben gebunden. Vielmehr schweifen sie frei umher, führen Tänze auf, jagen das Wild, weben in kühlen Grotten, pflanzen Bäume und sind auf verschiedene Weise den Menschen hilfreich. Geräuschvolle Tätigkeiten der Menschen aber meiden sie. Nymphen galten wie die Menschen als sterblich."
Der Wasserfall in Nimfes könnte ein solcher Ort gewesen sein. Ich habe einmal dem Foto des Ortes die Nymphen von Joan Brull i Vinioles aus dem Bild "die Nymphen des Sonnenuntergangs" von etwa 1900 (Vorschau-Bild) eingefügt.
Ebenfalls auf Korfu gab es bei Kadaki eine Quelle, bei der die Nymphe Makris gewohnt haben soll. Deren Mythologie ist mit der Insel der Phäaken verbunden, die Apollonios mit Korfu gleichgesetzt hat. Auf jeden Fall war Makris in einer der vielen mythologischen Erzählungen die Amme von Dionysos. Ihre Anwesenheit wirkte sich als Segen für den Ackerbau des Landes aus, so dass die Insel nach ihr den Namen Makris trug. In ihrer Grotte fand die Hochzeit von Iason und Medea statt. Leider sieht die Quelle heute nicht mehr nymphenhaft aus.
Die Kunst hat sich vielfältig mit Nymphen befasst, es gibt mindestens seit der Renaissance, die sich ja intensiv mit der Antike befasst hat, Nymphendarstellungen nahezu aller namhaften Maler. Da Nymphe auf altgriechisch "Braut, heiratsfähiges Mädchen" bedeutet, werden die Nymphen entsprechend dargestellt. Das steigert sich dann in der Romantik und da besonders gegen Ende im Symbolismus. Hier verwischen sich dann die Vorstellungen von Nymphen mit denen von Elfen. Einer meiner Lieblingsmaler, Arnold Böcklin, hat sich vielfältig damit befasst.



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